Wohnhauserweiterung, Lohengrinstrasse, Nürnberg, 2016

Auf der freistehenden Sichtbetongarage, die bisher als Außenterrasse genutzt wurde, sollte eine Wohnraumerweiterung für 3 Schlafräume mit Nasszellen errichtet und mit dem gründerzeitlichen Wohnhaus über eine Brücke verbunden werden. Zusätzlich schafft eine neue Außentreppe, die in die Brücke mündet, direkten Zugang sowohl in Altbau als auch in die Aufstockung. Um ein klares Erscheinungsbild zu erreichen wurde der gesamte Körper der Garage und der Aufstockung zu einem Volumen zusammengefasst und mit einer vertikal strukturierten Holzfassade verkleidet. Vier große Fenster, an jeder Fassade eines, gliedern das ansonsten vollkommen geschlossene Volumen. Die Idee der asymmetrischen Holzfaschen um die Fensteröffnungen bezieht sich auf die traditionelle, verputze Fensterfasche der nachbarlichen Bebauung und transformiert dieses ornamentale Thema in die Gegenwart.

Ausstellungsgebäude der Firma Baufritz, Eiderholzstrasse, Erkheim, 2015

Dieses Gebäude, direkt an der Autobahn A96 zwischen Memmingen und Mindelheim gelegen, errichtet auf gerade abgebauten Kiesgruben soll den Kunden der Firma Baufritz helfen Gestaltungsentscheidungen für ihre Wohnhäuser zu treffen. Die Firma stellt ökologische Holzfertighäuser nach individuellen Planungen her. Innerhalb von wenigen Besuchstagen werden Entscheidungen für alle relevanten Materialien, Oberflächen und Technikkomponenten im Innen- und Außenbereich getroffen. Das Gebäude versteht sich selbst als Ausstellungsstück zum Thema Wohnen. Außen geschlossen, belichtet und organisiert sich die Hausschneiderei ausschließlich über unterschiedlich große, thematisch bearbeitete Innenhöfe. Lediglich die Eingangsfassade ist vollständig verglast und eröffnet den fantastischen Blick in das Alpenvorland. Die Längsfassaden dienen als „Werbung“ und arbeiten mit der Idee der Interferenz, die sowohl aus der schnellen Autoperspektive als auch aus der langsamen Fußgängerwahrnehmung zu einem sich ständig verändernden „bewegten“, rätselhaften Erscheinungsbild führt. Erst bei kurzer Distanz verrät die Fassade ihr Geheimnis.

Wohnhaus, Bleichstrasse, Nürnberg, 2006

Das Wohnhaus ist auf einer ehemaligen Industriebrache als Rückgebäude in einem Hof errichtet. Die alte Schlosserei hatte die gesamte Fläche vollständig überbaut, unterkellert und musste auf Grund der schlechten Bausubstanz abgebrochen werden.
Da das Grundstück dreiseitig von Brandwänden begrenzt ist, wurde ein Baukörper entwickelt, der sich nach Westen freistellt und die Orientierung der Räume ermöglicht. Die Grundrisstypologie entwickelt sich als Zweibund ohne abgetrennten Flur mit unterschiedlichen Nutzungszonen. Im Erdgeschoß befinden sich Arbeitsräume und Gästebereich, im Obergeschoß organisieren sich Wohnen, Essen, Schlafen, Ankleide auf der Westseite, ergänzt durch WC, Küche, Bibliothek und Bad auf der Ostseite. Das kleine Atrium im Obergeschoß schafft einen intimen, uneinsehbaren Aufenthaltsraum und belichtet Bibliothek und Küche. Die Haupträume bilden eine enfilade und sind alle mit freistehenden Wandscheiben getrennt, lediglich der Schlafbereich kann mit einer raumhohen Schiebetür abgeteilt werden. Der Massivbau besitzt eine lehmgraue Putzfassade in historischer Besenstrichtechnik. Die großen Holzfenster auf der Westseite sind mit flächenbündig schließenden Faltschiebeläden mit gleicher Putzoberfläche ausgeführt und ermöglichen so das Schließen der Fassade zu einem kompakten, homogenen, massiven Körper.

Bürogebäude Längenstrasse, Nürnberg, 2010

Das Bürogebäude liegt am Rand eines Schlossparks aus der Spätrenaissance abgetrennt durch eine historische Schlossmauer auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei. Das Grundstück besitzt eine starke Hanglage, der dreigeschossige, langgestreckte Baukörper wird durch eine Betonscheibe freigestellt, und vom nördlich gelegenen Parkplatz kommend über eine Brücke auf der mittleren Ebene erschlossen. Der offene Grundriss ist durch drei Kerne gegliedert, zum einen das Treppenhaus, zum anderen zwei Nebenraumzonen mit allen notwendigen Infrastrukturen. Garten- und Straßenseite werden durch sehr unterschiedliche Hüllen geprägt. Die südlich orientierte Gartenfassade ist streng gerastert, und erhält ihren Charakter durch die plastische Ausbildung der feingliedrigen, außenliegenden Tragstruktur der Hülle. Diese dreidimensionale Struktur wird kontrastiert mit einer flächenbündigen Morphologie von unregelmäßig gesetzten Öffnungen in einer filigranen vertikalen Aluminiumlamellenstruktur an der nördlich gelegenen Straßenseite. Horizontale Fugen, wie versetzte Schnitte verstärken den Eindruck einer textilen Haut, die über das Haus gespannt ist. Das ungleichschenklige Satteldach beherbergt die notwendige Haustechnik, unterstützt aber durch die Verwendung der gleichen Materialität wie bei der vertikalen Hülle die skulpturale Wirkung des Baukörpers in der parkartigen Anlage.

Bürogebäude Erlenstegenstrasse, Nürnberg, 2011

An einer stark frequentierten Kreuzung am östlichen Stadteingang Nürnbergs befindet sich das Bürogebäude einer großen Anwaltskanzlei. Die städtebauliche Setzung nah an der Kreuzung ermöglichte den Erhalt des wertvollen Baumbestandes alter, großer Eichen am nördlichen Rand des Grundstücks. Diese besondere Kulisse führte zur Idee einer vollständig transparenten Gestalt. Das Gebäude ermöglicht so ein „Arbeiten im Grünen“. Auf Grund der Hanglage des Grundstücks konnte ein begrüntes Atrium im Erdgeschoß realisiert werden, das ausreichend Tageslicht für Empfang, Besprechung und Kantine gewährleistet. Alle Erschließungsflure in den Büroetagen haben freien Blick in den alten Baumbestand und geben den Fluren eine besondere Atmosphäre. Kombiniert wurde die raumhoch verglaste Hülle mit einer innenliegenden Schicht aus farbigen Vorhängen, die zum einen genügend Ausblick gewährleisten, zum anderen aber den notwendigen Sichtschutz bieten, und der präzisen Glasfassade einen weiche, fließende Kontur verleihen. Ebenfalls kontrastierend zur flächigen Glashaut ist die geschoßweise, horizontale Schichtung der auskragenden, dunklen Betonbänder vor den Geschoßdecken, die mit der Zeit eine natürliche Patina erhalten und somit den Alterungsprozess als Teil des Erscheinungsbildes kontrastieren.

Neugestaltung Fassade Galeria Kaufhof, Nürnbergerstrasse, Erlangen, 2012

Der Entwurf transformiert die Idee der homogenen, kleinteiligen, maßstabsverweigernden „Eiermann-Kachelfassade“ aus den 50igerJahren in eine dreidimensionale, hierarchische Gewebestruktur aus Aluminiumprofilen. Die Hängefassade zeichnet in besonderer Weise dadurch aus, dass sie durch einen relativ großen Abstand vor der eigentlichen raumabschließenden Kaufhauswand einen Hohlraum bildet, der bisher optisch nicht genutzt wurde.
Zwei gestaltprägende Aspekte wurden besonders bearbeitet:
zum einen wird das Thema der räumlichen Tiefe inszeniert, das heißt der rückwärtige Raumabschluss wird mit der vorgehängten Lisenenstruktur überlagert und wahrnehmbar. Unregelmäßig breite, und unterschiedlich farbige, horizontale, aufgemalte Streifen an der rückwärtigen Wandkonstruktion werden in das Gesamtmuster integriert. Zum anderen wird eine Art dreidimensionale Gewebestruktur aus drei Ebenen von vertikalen und horizontalen Winkelprofilen gebildet, die auf dem Motiv des unregelmäßigen Gittermusters mit Haupt- und Nebenfäden entwickelt ist. Durch die vorne liegende vertikale Lisenenstruktur werden in der Perspektive unterschiedliche Bilder erzeugt. In der perspektivischen Sicht verdichtet sich das dreidimensionale Gitter zu einer Fläche mit ausschließlich vertikalen Fäden.

Adidas Learning Center, Adi-Dasslerstrasse, Herzogenaurach, 2014

Auf dem riesigen Gelände world of sports der Firma Adidas befindet sich die kleine, abseits gelegene, leerstehende ehemalige Restmülllagerhalle. Die Stahlhalle mit Trapezblechverkleidung sollte einer neuen Nutzung zugeführt werden als Lernort für interne Schulungen von Mitarbeitern der Firma Adidas. Zur Wiederbelebung des Gebäudes war es notwendig, sowohl das äußere Erscheinungsbild, als auch die Innenraumstruktur neu zu definieren. Auf Grund des minimalen Budgets mussten die Eingriffe mit geringst möglichem Aufwand vorgenommen werden. Grundlegende Idee für die innenräumliche Umstrukturierung war das Bild der „Bühne“, auf der gelernt und kommuniziert wird, realisiert wurde dies mit dem Einbau einer schwarzen Holzplattform, die wie ein Tisch im Gehäuse frei eingestellt ist, über Kulissenvorhänge können unterschiedliche Teilräume gebildet werden.
Das äußere Erscheinungsbild reflektiert die Idee des Dazzels, also der Tarnung und Täuschung und erzeugt Neugierde, was sich dahinter verbirgt. Umgesetzt wurde das Bild mit Hilfe einer umlaufenden, vorgehängten, textilen Haut, die das ganze Gebäude über alle Öffnungen hinweg umspannt und dadurch einen bildhaften Abstraktionsgrad erreicht.

Kindertagesstätte und Familienzentrum, Sossenheimer Riedstrasse, Frankfurt, 2015

Das Grundstück mit dem denkmalgeschützten ehemaligen Fabrikgebäude, in das das Familienzentrum integriert wurde, zeichnet sich durch eine riesige Platane im Norden aus. Diese Platane dient als Zeichen der Verbindung der Kindertagesstätte und des Familienzentrums unter einem großen, grünen Dach. Der zweigeschossige Holzmassivbau steht an der Straße und spannt einen geschützten Freibereich zwischen den Gebäuden auf, der als Spielzone dient. Um die plastische Wirkung zu betonen, wurden die notwendigen Treppen alle in das Gebäude integriert. Die viergruppige Kindertagesstätte strukturiert sich mit ihren Gruppenräumen zum Spielhof, die Nebenräume sind zur Straße hin orientiert. Die Fassade versucht mehrere Lesarten und Interpretationen zu bieten, und so den Nutzern vielfältige Eindrücke zu ermöglichen. Überlagert werden zwei Grundstrukturen, zum einen die zweigeschossigen, tragenden Lisenen als übergeordnete, proportionsgebende Elemente, zum anderen die Füllungen aus feinen, vertikalen Holzlamellen und Fensteröffnungen. Die farbige Behandlung der Fassade unterstützt die Vielfältigkeit des Erscheinungsbildes und schafft lebendige Oberflächen. Der Kontrast zwischen dem stark farbig, differenzierten Baukörper der Kindertagesstätte und dem massiven, farblich zurückhaltenden Gebäude des Familienzentrums erzeugt ein lebendiges Spannungsfeld zwischen Alt und Neu, Geschichte und Gegenwart und bildet den Hintergrund für das spielerische Miteinander von Kindern und Erwachsenen.

Umbau und Sanierung Wohnhaus, Novalisstrasse, Nürnberg, 2016

Das Wohnhaus aus den 30iger Jahren mit ursprünglich mehreren Wohnungen sollte zu einem Gebäude für eine Familie mit Kindern umgestaltet werden. Einige Um- und Anbauten aus verschiedenen Zeiten wurden zunächst abgebrochen, um den ursprünglichen Charakter des freistehenden Solitärs wiederherzustellen. Das Gebäude wurde auf Grund seiner Bausubstanz bis auf den Rohbau rück- und wieder neu aufgebaut, dabei wurde Wert daraufgelegt, den zeitgeschichtlichen Charakter zu erhalten, aber durch eine reduzierte Formensprache in die heutige Zeit zu transformieren. Der historische Eingang mit schweren, bogenförmigen Natursteingewänden wurde ersetzt durch ein großzügiges Holztürelement mit Lochblechverkleidung, neue, raumhohe Holzfenster mit Klappläden prägen das Erscheinungsbild ebenso wie die neu gesetzten flächenbündigen Verglasungen im Erdgeschoß. Ein historisches Kammzugprofil aus dem späten 19. Jahrhundert verleiht dem Volumen seinen ornamentalen Charakter, dem durch die mehrlagige, graue Lasur zusätzlich Körperlichkeit verliehen und damit die Eigenständigkeit des Hauses im Umfeld der gleichförmigen Siedlung gestärkt wird.

Ausstellungspavillon der Firma Baufritz für eine neue Musterhaussiedlung, Legoland Allee, Günzburg, 2016

Der Pavillon verweigert sich der Idee eines Musterhauses, welches in paradigmatischer Weise die Leistungsfähigkeit des Herstellers repräsentieren soll. Prägend für den Entwurf ist der Gedanke, Neugier für den Hersteller zu wecken, der hinter diesem ungewöhnlichen, auf den ersten Blick rätselhaften Gebäude steht. Das Haus ist als offene, begehbare Struktur geplant mit einem öffentlichen, freien Durchgang statt einer Eingangstür, es bietet zwei unterschiedliche Erlebnisräume, einen Kommunikationsraum auf der einen Seite des Durchgangs, und einen kontemplativen Ruheraum mit japanischem Garten, komplett ausgekleidet in Weißtanne, auf der anderen Seite. Nur inhaltliche Informationen zum Hersteller werden gegeben, keine spektakulären Einzelprojekte oder Referenzen präsentiert. Auch die Hülle erklärt sich erst auf den zweiten Blick, jedenfalls ist sie nicht als Musterfassade gedacht, sondern als Hülle, die mit Themen wie Plastizität, Struktur und Veränderung Interesse wecken soll. Die Verwendung von handgedrechselten Holzstäben reflektiert das Phänomen des Ornaments als inhärenter Teil des ästhetischen Gesamtausdrucks.