Werkhaus, Kammerstein, 2018-2020

Das eingeschoßige Holzgebäude befindet am Rand des Gewerbegebietes Kammerstein .  Es  bietet vorwiegend   Besprechungsräume und einen Mehrzweckraum an, der auch als Kantine genutzt werden kann, die über eine professionelle Küche versorgt wird.

Erschlossen wird das Haus über einen „Klosterhof“ mit überdachtem Umgang,  zu dem hin sich alle Räume öffnen.

Im Zentrum des Hofes befindet sich der „Klostergarten“, eine intensiv begrünte Fläche, die sich den wechselnden Jahreszeiten mit Ihrer Blütenfolge anpasst.

Der Innenhof erhält eine großzügig verglaste Holzfassade, die äußere Hülle ist bis auf die zwei Eingänge komplett geschlossen und mit einer neu entwickelten Fassade aus vertikalen Kunststofflamellen verkleidet. Diese Lamellen werden fast vollständig aus recyceltem Material, das beim Kunststoffspritzguß entsteht hergestellt.

Hausschneiderei der Firma Baufritz, Eiderholzstrasse, Erkheim, 2005

Dieses Gebäude, direkt an der Autobahn A96 zwischen Memmingen und Mindelheim gelegen, errichtet auf gerade abgebauten Kiesgruben soll den Kunden der Firma Baufritz helfen Gestaltungsentscheidungen für ihre Wohnhäuser zu treffen. Die Firma stellt ökologische Holzfertighäuser nach individuellen Planungen her. Innerhalb von wenigen Besuchstagen werden Entscheidungen für alle relevanten Materialien, Oberflächen und Technikkomponenten im Innen- und Außenbereich getroffen. Das Gebäude versteht sich selbst als Ausstellungsstück zum Thema Wohnen. Außen geschlossen, belichtet und organisiert sich die Hausschneiderei ausschließlich über unterschiedlich große, thematisch bearbeitete Innenhöfe. Lediglich die Eingangsfassade ist vollständig verglast und eröffnet den fantastischen Blick in das Alpenvorland. Die Längsfassaden dienen als „Werbung“ und arbeiten mit der Idee der Interferenz, die sowohl aus der schnellen Autoperspektive als auch aus der langsamen Fußgängerwahrnehmung zu einem sich ständig verändernden „bewegten“, rätselhaften Erscheinungsbild führt. Erst bei kurzer Distanz verrät die Fassade ihr Geheimnis.

Umbau und Sanierung, Hotel Sturm, Mellrichstadt, 2017

Der 40 Jahre alte, achtgeschossige Hotelturm, sowie die Erweiterung des Konferenzbereiches aus den 80iger Jahren sollten ein angemessenes, zeitgenössisches Erscheinungsbild erhalten. Leitidee im Umgang mit dem alten Bestand war die Hinzufügung einer neuen Raumschicht unter Wahrung der alten Bausubstanz. Das Alte sollte nicht negiert oder abgerissen werden, sondern in neuem Kleid erscheinen. Äußerlich bestimmen drei Maßnahmen die Gestaltänderung; das weiße Schlemmen des ehemals braunen Klinkerturmes mit Sichtbetondecken zu einer homogenen, plastisch wahrnehmbaren Skulptur, die Verkleidung des auskragenden Erdgeschosses mit einer filigranen Holzlamellenfassade zur Bildung eines klaren Sockels, und die Verhüllung des unförmigen Frühstücks- und Konferenzbereiches mit frei davorstehenden Holzgitterparavents.

Der Paravent als Zeichen des Verbergens, ohne dabei den dahinter liegenden Bestand zu berühren, das Alte bleibt erhalten, wird aber überlagert und verdeckt hinter einem Holzgitter, beide Welten sind präsent, Vergangenheit und Gegenwart erzählen ihre Geschichte. Im Inneren wurde der Eingangs-und Foyerbereich neugestaltet und mit einer Verkleidung aus Weißtanne modernisiert. Man betritt das Hotel wie eine edle Holzschachtel, in der wertvolle Dinge aufbewahrt werden, der neue Eingang schafft Identität unter Wahrung und dem Respekt vor der Geschichte des Hauses, der sich in den anderen Räumen noch widerspiegelt.