Ausstellungsgebäude der Firma Baufritz, Eiderholzstrasse, Erkheim, 2015

Dieses Gebäude, direkt an der Autobahn A96 zwischen Memmingen und Mindelheim gelegen, errichtet auf gerade abgebauten Kiesgruben soll den Kunden der Firma Baufritz helfen Gestaltungsentscheidungen für ihre Wohnhäuser zu treffen. Die Firma stellt ökologische Holzfertighäuser nach individuellen Planungen her. Innerhalb von wenigen Besuchstagen werden Entscheidungen für alle relevanten Materialien, Oberflächen und Technikkomponenten im Innen- und Außenbereich getroffen. Das Gebäude versteht sich selbst als Ausstellungsstück zum Thema Wohnen. Außen geschlossen, belichtet und organisiert sich die Hausschneiderei ausschließlich über unterschiedlich große, thematisch bearbeitete Innenhöfe. Lediglich die Eingangsfassade ist vollständig verglast und eröffnet den fantastischen Blick in das Alpenvorland. Die Längsfassaden dienen als „Werbung“ und arbeiten mit der Idee der Interferenz, die sowohl aus der schnellen Autoperspektive als auch aus der langsamen Fußgängerwahrnehmung zu einem sich ständig verändernden „bewegten“, rätselhaften Erscheinungsbild führt. Erst bei kurzer Distanz verrät die Fassade ihr Geheimnis.

Ausstellungspavillon der Firma Baufritz für eine neue Musterhaussiedlung, Legoland Allee, Günzburg, 2016

Der Pavillon verweigert sich der Idee eines Musterhauses, welches in paradigmatischer Weise die Leistungsfähigkeit des Herstellers repräsentieren soll. Prägend für den Entwurf ist der Gedanke, Neugier für den Hersteller zu wecken, der hinter diesem ungewöhnlichen, auf den ersten Blick rätselhaften Gebäude steht. Das Haus ist als offene, begehbare Struktur geplant mit einem öffentlichen, freien Durchgang statt einer Eingangstür, es bietet zwei unterschiedliche Erlebnisräume, einen Kommunikationsraum auf der einen Seite des Durchgangs, und einen kontemplativen Ruheraum mit japanischem Garten, komplett ausgekleidet in Weißtanne, auf der anderen Seite. Nur inhaltliche Informationen zum Hersteller werden gegeben, keine spektakulären Einzelprojekte oder Referenzen präsentiert. Auch die Hülle erklärt sich erst auf den zweiten Blick, jedenfalls ist sie nicht als Musterfassade gedacht, sondern als Hülle, die mit Themen wie Plastizität, Struktur und Veränderung Interesse wecken soll. Die Verwendung von handgedrechselten Holzstäben reflektiert das Phänomen des Ornaments als inhärenter Teil des ästhetischen Gesamtausdrucks.