Umbau und Sanierung, Hotel Sturm, Mellrichstadt, 2017

Der 40 Jahre alte, achtgeschossige Hotelturm, sowie die Erweiterung des Konferenzbereiches aus den 80iger Jahren sollten ein angemessenes, zeitgenössisches Erscheinungsbild erhalten. Leitidee im Umgang mit dem alten Bestand war die Hinzufügung einer neuen Raumschicht unter Wahrung der alten Bausubstanz. Das Alte sollte nicht negiert oder abgerissen werden, sondern in neuem Kleid erscheinen. Äußerlich bestimmen drei Maßnahmen die Gestaltänderung; das weiße Schlemmen des ehemals braunen Klinkerturmes mit Sichtbetondecken zu einer homogenen, plastisch wahrnehmbaren Skulptur, die Verkleidung des auskragenden Erdgeschosses mit einer filigranen Holzlamellenfassade zur Bildung eines klaren Sockels, und die Verhüllung des unförmigen Frühstücks- und Konferenzbereiches mit frei davorstehenden Holzgitterparavents.

Der Paravent als Zeichen des Verbergens, ohne dabei den dahinter liegenden Bestand zu berühren, das Alte bleibt erhalten, wird aber überlagert und verdeckt hinter einem Holzgitter, beide Welten sind präsent, Vergangenheit und Gegenwart erzählen ihre Geschichte. Im Inneren wurde der Eingangs-und Foyerbereich neugestaltet und mit einer Verkleidung aus Weißtanne modernisiert. Man betritt das Hotel wie eine edle Holzschachtel, in der wertvolle Dinge aufbewahrt werden, der neue Eingang schafft Identität unter Wahrung und dem Respekt vor der Geschichte des Hauses, der sich in den anderen Räumen noch widerspiegelt.

Wohnhauserweiterung, Lohengrinstrasse, Nürnberg, 2016

Auf der freistehenden Sichtbetongarage, die bisher als Außenterrasse genutzt wurde, sollte eine Wohnraumerweiterung für 3 Schlafräume mit Nasszellen errichtet und mit dem gründerzeitlichen Wohnhaus über eine Brücke verbunden werden. Zusätzlich schafft eine neue Außentreppe, die in die Brücke mündet, direkten Zugang sowohl in Altbau als auch in die Aufstockung. Um ein klares Erscheinungsbild zu erreichen wurde der gesamte Körper der Garage und der Aufstockung zu einem Volumen zusammengefasst und mit einer vertikal strukturierten Holzfassade verkleidet. Vier große Fenster, an jeder Fassade eines, gliedern das ansonsten vollkommen geschlossene Volumen. Die Idee der asymmetrischen Holzfaschen um die Fensteröffnungen bezieht sich auf die traditionelle, verputze Fensterfasche der nachbarlichen Bebauung und transformiert dieses ornamentale Thema in die Gegenwart.

Neubau Mehrfamilienhaus, Siebendächer Baugenossenschaft Storchengässle, Memmingen, 2017

Der viergeschossige, schlanke Baukörper mit steilem Satteldach steht auf der Tiefgaragenabfahrt für ein neues innerstädtisches Wohnquartier inmitten der Altstadt von Memmingen. Die Abfahrt bestimmt die Geometrie des Baukörpers im Grundriss, da nur das Treppenhaus das Erdgeschoß ergänzt. Drei Geschoßwohnungen mit Loggien prägen die Grundrisstypologie einer linearen Erschließung. Auf Grund seiner städtebaulich exponierten Lage als Solitär innerhalb des geschlossenen Altstadtblocks bestand die Idee einer skulpturalen Ausformulierung des Baukörpers, der von allen anliegenden Nachbarn betrachtet wird. Dies führte zu einer Fassade, die je nach Standort des Betrachters unterschiedliche Erscheinungen erzeugt, und so dem solitären Anspruch gerecht wird. Dieser drückt sich zum einen in seiner Materialität, -Holz gegenüber Putz-, zum anderen in seiner mehrschichtigen Struktur und Farbigkeit,-anthrazit gegenüber weiß und beige-, aus. Die geschoßweise Staffelung der Fassaden nimmt historische Vorbilder auf, die sich verändernde vertikale Schalung mit diagonaler Unterkonstruktion moduliert das Erscheinungsbild je nach Betrachtungsstandort.

Wohnhaus, Bleichstrasse, Nürnberg, 2006

Das Wohnhaus ist auf einer ehemaligen Industriebrache als Rückgebäude in einem Hof errichtet. Die alte Schlosserei hatte die gesamte Fläche vollständig überbaut, unterkellert und musste auf Grund der schlechten Bausubstanz abgebrochen werden.
Da das Grundstück dreiseitig von Brandwänden begrenzt ist, wurde ein Baukörper entwickelt, der sich nach Westen freistellt und die Orientierung der Räume ermöglicht. Die Grundrisstypologie entwickelt sich als Zweibund ohne abgetrennten Flur mit unterschiedlichen Nutzungszonen. Im Erdgeschoß befinden sich Arbeitsräume und Gästebereich, im Obergeschoß organisieren sich Wohnen, Essen, Schlafen, Ankleide auf der Westseite, ergänzt durch WC, Küche, Bibliothek und Bad auf der Ostseite. Das kleine Atrium im Obergeschoß schafft einen intimen, uneinsehbaren Aufenthaltsraum und belichtet Bibliothek und Küche. Die Haupträume bilden eine enfilade und sind alle mit freistehenden Wandscheiben getrennt, lediglich der Schlafbereich kann mit einer raumhohen Schiebetür abgeteilt werden. Der Massivbau besitzt eine lehmgraue Putzfassade in historischer Besenstrichtechnik. Die großen Holzfenster auf der Westseite sind mit flächenbündig schließenden Faltschiebeläden mit gleicher Putzoberfläche ausgeführt und ermöglichen so das Schließen der Fassade zu einem kompakten, homogenen, massiven Körper.

Umbau und Sanierung Wohnhaus, Novalisstrasse, Nürnberg, 2016

Das Wohnhaus aus den 30iger Jahren mit ursprünglich mehreren Wohnungen sollte zu einem Gebäude für eine Familie mit Kindern umgestaltet werden. Einige Um- und Anbauten aus verschiedenen Zeiten wurden zunächst abgebrochen, um den ursprünglichen Charakter des freistehenden Solitärs wiederherzustellen. Das Gebäude wurde auf Grund seiner Bausubstanz bis auf den Rohbau rück- und wieder neu aufgebaut, dabei wurde Wert daraufgelegt, den zeitgeschichtlichen Charakter zu erhalten, aber durch eine reduzierte Formensprache in die heutige Zeit zu transformieren. Der historische Eingang mit schweren, bogenförmigen Natursteingewänden wurde ersetzt durch ein großzügiges Holztürelement mit Lochblechverkleidung, neue, raumhohe Holzfenster mit Klappläden prägen das Erscheinungsbild ebenso wie die neu gesetzten flächenbündigen Verglasungen im Erdgeschoß. Ein historisches Kammzugprofil aus dem späten 19. Jahrhundert verleiht dem Volumen seinen ornamentalen Charakter, dem durch die mehrlagige, graue Lasur zusätzlich Körperlichkeit verliehen und damit die Eigenständigkeit des Hauses im Umfeld der gleichförmigen Siedlung gestärkt wird.